|
Informationen im TMC Bryceforum Volumetrische Effekte |
![]() |
|
|
||
Das Rendern volumetrischer Effekte gehört zu den rechenintensivsten Prozessen
in Bryce. Allein die Aktivierung der Option kann schon die Rechenzeit auf das
Hundertfache erhöhen. Selbst auf heutigen 500Mhz Rechnern bleibt dabei
sogar die Minivorschau "hängen". Seit Bryce4 gibt es nun neben
der Option, Volumetrik zu akivieren auch die Möglichkeit dafür, zwei
wichtige Parameter einzustellen:
1. Die gewünschte Dichte und
2. Die gewünschte Qualität.
Während die Dichte keinen signifikanten Einfluß auf die Renderzeiten hat, bedeutet die Möglichkeit auf Qualität zu verzichten eine ganz erhebliche Veränderung der Renderzeiten. Es ist aber für den Normalanwender, der Volumetrik nur selten benutzt, kaum zu ergründen, welche Einstellungen für eine Szene nun wirklich notwendig sind. Womöglich lassen sich beinahe die selben gewünschten Effekte in 50% des Zeitaufwands erzielen, was bei einer Rechenzeit von z.B. 40 Stunden immerhin 20 Stunden einsparen könnte. Bei längeren Animationen in hoher Qualität sind bei aktivierter Volumetrik auch 5 Tage Renderzeit nichts Ungewöhnliches, selbst wenn Sie einen Prozessor mit beinahe 1Ghz besitzen!
![]() |
Die Gretchenfrage beim Rendern mit volumetrischen Effekten: Wie stelle ich die Qualität ein ? |
Im Folgenden versuche ich, den Zusammenhang zwischen Qualität und Zeitaufwand darzustellen, und dabei auch eine subjektive Bewertung der Ergebnisse einzubeziehen. Als Grundlage soll die folgende Testsequenz dienen:
Rendern mit 400x300er (120.000 Bildpunkte) Auflösung, ohne Glättung, auf einem Intel Celeron 500 Mhz
|
Qualität: |
Rechenzeit:
|
Operationen:**
|
Zusätzl. Zeitaufwand*
|
Volumetrik Faktor***
|
Renderergbenis (Wert für subjektive Qualität)
|
|
|
100%
|
2619 Sek.
|
61.900.000 Treffer
|
+87,74 %
|
291,0 fach
|
hervorragend exakt und gleichmäßig (100)
|
|
|
80%
|
2174 Sek.
|
49.600.000 Treffer
|
+55,84 %
|
241,6 fach
|
hervorragend exakt und gleichmäßig, winzigste Unebenheiten (90) | |
|
50%
|
1395 Sek.
|
31.100.000 Treffer
|
+ 0,00 %
|
155,0 fach
|
sehr gut, leicht wellige Unklarheiten im Verlauf (75)
|
|
|
40%
|
1139 Sek.
|
2.4900.000 Treffer
|
-18,35 %
|
126,6 fach
|
gut, wellige Unklarheiten im Verlauf, kleine Brüche (65) | |
|
30%
|
873 Sek.
|
18.700.000 Treffer
|
-40,00 %
|
97,0 fach
|
befriedigend; deutliche Wellen und störende Interferenzen (50) | |
|
20%
|
591 Sek.
|
12.600.000 Treffer
|
-57,63 %
|
65,7 fach
|
grade noch ausreichend; erhebliche Verlaufsstörungen (25) | |
|
5%
|
175 Sek.
|
3.340.000 Treffer
|
-87,46%
|
19,4 fach
|
Unbrauchbar - nur als Vorschau geeignet (5%) | |
|
2%
|
58 Sek.
|
1.870.000 Treffer
|
-95,84 %
|
6,4 fach
|
Unbrauchbar (höchstens als interessanter Effekt) (1%) | |
|
1%
|
32 Sek.
|
890.000 Treffer
|
-97,71%
|
3,5 fach
|
absolut unbrauchbar (0%) | |
|
ohne
|
9 Sek.
|
201.000 Treffer
|
-99,35%
|
1,0 fach
|
Keine Volumetrik verwendet | |
Einige Beispiele für die Renderergebnisse:
Die Szene ist eine Kirchenrotunde mit vielen Durchlässen für eine
sehr starke Lichtquelle - eine ziemliche Herausforderung für den Renderer.
| Qualität=100% | Qualität=50% | Qualität=30% |
![]() |
![]() |
![]() |
| Qualität=20% | Qualität=5% | Qualität=1% |
![]() |
![]() |
![]() |
Fazit:
Die nahezuhe Verdopplung der Rechenzeit bei 100%iger Qualität sollten Sie
wirklich nur einstellen, wenn es unbedingt nötig ist. Im Gegenteil: Wenn
ihre Volumetrik nicht so dominierend hell ist wie in meiner Szene, dann sind
die Fehler, die bei 30%-40% schon sichtbar sind, kaum wahrnehmbar. Normalerweise
sollte eine Einstellung von 35% genügen, um auch gute Ergebnisse zu erzielen,
dabei sparen Sie schon mehr als 1/3 der Renderzeit ein. Wenn Sie den volumetrischen
Effekt nur andeuten wollen und die Dichte gering wählen, dann sollte auch
eine Einstellung von 20%-25% ausreichend sein, was Ihre Rechenzeit etwa auf
weniger als die Hälfte verkürzt.
Versuch einer mathematischen Auswertung:
Mit Hilfe der subjektiven Qualitätswerte und dem Zeitfaktor verglichen
mit dem Verzicht auf Volumetrik läßt sich eine Art Preis/Leistungsindex
konstruieren, der sich zu einer recht interessanten Zeit/Nutzenkurve manifestiet.
Bei niedrigeren Qualitätswerten unterhalb 30% steigt der Nutzen der investierten
Renderzeit steil an, und erreicht bei etwa 30% ein Maximum. Der höchste
Nutzen aus der Renderzeit entsteht also (subjektiv) bei einem Qualitätswert
von 30-35%. Danach bringt jede investierte Renderzeit immer weniger Vorteile.
Obwohl der Grenznutzen ab 35% negativ ist, bleibt die Kurve dennoch bei deutlich
positiven Werten. Insgesamt bestätigt diese mathematische Konstruktion
das Fazit von oben in seinen Einzelheiten.
![]() |
Der zusätzlich zu investierende Zeitfaktor bei der Qualitätssteigerung ergibt eine lineare Funktion, die im Ursprung beginnt und die Steigung 2,91 fache Rechenzeit pro Qualitätsprozent hat. Der empfohlene Einstellungsbereich ist rot markiert. | ![]() |