Exportieren von Objekten aus Bryce in andere Formate

Oft wundern sich Bryceuser, daß im Menue die Funktion “Objekt Exportieren” deaktiviert ist. Im Folgenden möchte ich erklären, warum Objekte in Bryce nicht so einfach exportierbar sind – dazu muß ich allerdings etwas weiter ausholen….

Es gibt eigentlich zwei Philosophien, wie man Objekte definieren kann:

1. Polygonal (Als Vektormatrix einer Oberfläche)
2. Parametrisch (Als mathematische Funktion)

Bryce ist grundsätzlich ein parametrischer Renderer. Ein parametrischer Renderer definiert seine Objekte vorzugsweise über mathematische Formeln, d.h. die Objekte werden nicht nur auf Polygonbasis gespeichert. Zur Darstellung einer Kugel wird die echte mathematische Kreisformel hinzugezogen. Ein auf Polygonbasis arbeitender Renderer speichert eine Kugel als große Anzahl von einzelnen Dreiecken ab, die zusammengenommen fast eine Kugeloberfläche beschreiben. Mit Hilfe spezieller Glättungstechniken kann so der Eindruck einer gekrümmten Oberfläche simuliert werden. Der parametrische Renderer erreicht durch die mathematische Definition eine unendliche Dichte der Dreiecke, wobei diese nicht einzeln, sondern per Formel gespeichert werden, was natürlich enorm Platz spart, sehr viel natürlicher bei Krümmungen aussieht, aber auch mehr Rechenleistung in Anspruch nimmt.
Die meisten Dateiformate (so auch diejenigen zum Export) basieren auf Polygondefinitionen, daher läßt sich ein Bryce Grundkörper nicht in diesen Formaten abspeichern, da ihm wie gesagt die polygonale Philosophie fehlt! Alle Grundkörper (Kugel, Würfel, Ebene, Torus usw.) lassen sich daher beispielsweise nicht im DXF-Format speichern. Auch Objekte, die aus diesen Grundkörpern hergestellt wurden, oder auch nur einen einzigen davon enthalten sind aus Bryce nicht exportierbar, denn nur das BRX-Format und das Obj-Format können die zugrundeliegende parametrische Definition umsetzen. Alle Boolschen Operatoren bestehen natürlich auch aus den Grundkörpern und lassen sich daher auch nicht exportieren.

Ausnahme sind die Terrains und die Gitterformobjekte.
Terrains sind das Zugeständnis von Bryce an die Polygonwelt, denn nur durch eine N x N-Matrix lassen sich solche Gebirge definieren. Terrains in Formeln zu konvertieren, die diese dann genau beschreiben, stellt ein unlösbares mathematisches Problem dar. Nur Näherungslösungen wären denkbar, die aber unglaublich vieler Iterationen bedürfen und eben nie ganz das exakte Terrain beschreiben würden. Daher speichert Bryce Terrains als “normale” Polygonale Objekte ab. Diese lassen sich dann natürlich auch ohne weiteres in die Formate DXF etc. exportieren. Merkwürdig ist allerdings, daß die “Steine” aus Bryce – die ja auch nur Gitterformen sind – sich nicht normal exportieren lassen. Warum, wissen die Götter..?

Es gibt aber für den Export der “Steine” einen kleinen Trick, der mir von Jörg Maurer mitgeteilt wurde: “Im Renderosity haben ich einen netten Trick gelesen. Wähle das Objekt “Stein” aus, klicke auf E für den Gitterform Editor. Jetzt drücke Strg + D und schon kannst du das Objekt exportieren. Bei größeren und komplexeren Gruppen kommt es jedoch zu Fehlern.

Fazit: Es ist also nicht möglich, in Bryce erstellte parametrische Objekte überhaupt zu exportieren!