Der Einfluß der Peripherie

Beim Betrachten der “CPU-Hitliste” drängt sich natürlich die Frage auf, ob die verwendete Peripherie tatsächlich einen so untergeordeneten Einfluß auf die Meßergebnisse hat und ob sie vernachlässigt werden kann. Dazu hier einige Anmerkungen:
 

Der Einfluss der Festplatte

Die Festplatte hat überhaupt keinen Einfluss auf die Renderleistung bei Bryce, denn das Programm greift nach begonnenem Renderprozeß nie mehr auf die Harddisk zu. Ich kann in meinem Raid-System die aktuelle Platte während des gesamten Renderings herausnehmen, ohne daß das Programm dies bemerkt !

Der Einfluss von 3D-Beschleuniger Karten

Auch 3D-Hardware Beschleuniger verwendet Bryce in keinem Fall! Ich habe mehrere 3D-Karten getestet und in jedem Fall dieselbe Renderzeit erhalten, die Bryce ohne diese Karten auf dem System benötigte. Von Metacreations wurde mir schließlich entsprechendes auf der C-Bit 99 bestätigt. Bryce 4 verwendet diese Karten nicht , was auch nachvollziehbar ist, denn ein Parametrischer Renderer wie Bryce wird relativ wenig von Polygonbeschleunigenden Chips profitieren können!

Der Einfluss der Graphikkarte

Auch der Einfluss der Graphikkarte kann klar vernachlässigt werden, denn schon bei einfachen Projekten spielt die Darstellungsgeschwindigkeit fast keine Rolle mehr, da diese im Vergleich zur Verzögerung durch das Rendern der Bildpunkte völlig unbedeutend wird. Eine von mir erstellte TSR-Überwachungssoftware, die mit dem Mikrosekundenzähler des 8020 Chips auf dem Mainboard arbeitete kann dies vergegenwärtigen:
1. Die erste (schnelle) Graphikkarte konnte beim Test insgesamt 47,52 Megapixel pro Sekunde in ihrem Speicher “plotten”
2. Die zweite (langsame) Graphikkarte konnte beim Test insgesamt 8,77 Megapixel pro Sekunde in ihrem Speicher “plotten”
3. Bryce renderte das Testbild mit 1024×768 Auflösung (ohne Bildschirmdarstellung) in 12 Minuten in den Speicher (RAM-Disk), das bedeutet eine Geschwindigkeit von etwa 728 Pixeln pro Sekunde, wobei Bryce dabei insgesamt 4 mal den Bildschirm nachrendert. Also werden insgesamt im Schnitt 2912 Pixel pro Sekunde dargestellt.

Fazit:
Der Anteil der Zeitverzögerung am Gesamtverfahren ist bei der langsamen Graphikkarte 0,033%, bei der schnellen 0,0061%, also in beiden Fällen verschwindend gering (weniger als 1/30.000 stel)! Im Grunde “wartet” die Graphikkarte (ob langsam oder schnell) sowieso dauernd auf die langsam eingehenden Ergebnisse von Bryce und stellt diese dann dar, ohne dabei bedeutsame Zeit zu verbrauchen. Im Test machte das bei einem Renderprojekt von 20 Stunden einen Unterschied von weniger als 3 Sekunden aus.

Der Einfluss des Speichers

Da heutzutage die Speicherbausteine kaum noch Performanceunterschiede aufzeigen, ist nur die Taktfrequenz des RAM entscheidend. Diese ist aber bei den meisten Prozessoren ohnehin vorgegeben. Natürlich können Sie durch Änderung des CPU-Clock Multiplyers und der On-Board Taktfrequenz das Oszillators dabei Veränderungen im Taktverhältnis dieser Komponenten erzwingen, was aber bei den meisten Anwendern nicht die Regel ist und auch nur geringe Unterschiede in der Performance produziert. Daher sind alle Testreihen mit der vom Hersteller vorgegebenen oder erzwungenen Speichertaktung veröffentlicht !

Der Einfluss der Hauptplatine

Die einzige Komponente, die wirklich Differenzen bei den Messungen verursachen kann, ist das Mainboard. Die entsprechenden Chipsätze bewirken mit unterschiedlichen Zugriffsbreiten und Verschaltungen auch eine Veränderung der Kommunkiationsgeschwindigkeit zwischen Speicher und CPU. Tatsache bleibt aber, daß sich auch diese Unterschiede interessanterweise bei Bryce im einstelligen Prozentbereich abspielen. Bei verschiedenen Boards wird eine Standardabweichung von 5% zum Mittelwert der Messungen in den seltensten Fällen überschritten.

Fazit:

Auch wenn es geringe Abweichungen gibt, kann man davon ausgehen, daß die VR-Indexe weitgehend unabhängig von der Peripherie sind und daher beinahe als allgemeingültig gelten dürfen.