Die Kunst der Multireplikation mit Bryce

Für eine multiple Vektortransformation eines Bryceobjekts oder einer Objektgruppe, steht Ihnen mit dem Mehrfach-Replikator ein nützliches Hilfwerkzeug zur Verfügung. So können Sie beliebig viele Kopien eines Grundobjekts erstellen lassen, und dabei jeweils eine exakte Sequenz von Vektortransformationen abarbeiten lassen. Die Ergebnisse sehen zumeist organisch aus und sind manuell fast unmöglich erstellbar.

Grundlagen:

Legen Sie einen einfachen Torus auf der Konstruktionsoberfläche ab und lassen Sie sich über das Eigenschaftenmenue den Objekt-Bezugspunkt (hier grün markiert) anzeigen. Gehen Sie mit dem Mauszeiger über den Bezugspunkt und fangen sie diesen damit ein, so daß sich der Mauszeiger zu einem Vierpfeil verändert.
Schieben Sie den Bezugspunkt nun mit der Maus aus dem Objektzentrum heraus, so daß er etwa in halber Objektbreite Entfernung außerhalb des Torus liegt. In diesem Beispiel haben wir damit das Rotationszentrum außerhalb des Objekts plaziert, was dazu führt, dass die Objektkopien sich bei der späteren Replikation nicht um sich selbst drehen, sondern um dieses Zentrum gedreht werden.
Über das Menue “Mehrfach replizieren” legen Sie nun die Parameter fest, nach denen Bryce Ihre Replikanten erstellen soll:
Versatz: Legt fest, wie weit die nächste Kopie von der vorherigen auf der jeweiligen Achse verschoben liegen soll.
Drehung: Definiert die jeweilige Drehung der Replikanten um den Bezugspunkt
.
Skalierung: Verändert die Größe der Kopie auf den Achsen im Vergleich zur Vorherigen.
Nach dem Ausführen der Transformationen sehen Sie folgendes Ergebnis:
Der Versatz von “5” auf der y-Achse hat dazu geführt, dass die neuen Toren sich jeweils ein Stück nach oben bewegt haben, was hier in der Draufsicht noch nicht zu erkennen ist. Erst in der späteren Kameraansicht können Sie dann sehen, daß die “Schnecke” sich nach oben reckt.
Die Drehung von “12” auf der y-Achse um den ausgelagerten Bezugspunkt hat zu einer Gleichmäßigen Verdrehung der einzelnen Toren geführt
Durch die Verkleinerung der Kopien auf jeweils 95% der Ausgangsgröße der vorherigen Kopie, werden die Toren nicht nur Stück für Stück kleiner, sondern darüber hinaus schrumpft auch der Abstand der Toren zu ihrem Bezugszentrum, was zu der Schneckenstruktur führt.
Das untexturierte gerenderte Bild der Draufsicht zeigt dann deutlich die Pseudo-organische Struktur.

An dieser Stelle können Sie die Beispieldatei direkt downloaden. (45 Kb im ZIP-Format)

Von der Seite aus können Sie nun auch die Versetzung der Toren nach oben betrachten. Hätten Sie den Versatz an der y-Achse=0 gesetzt, dann würden Sie nun eine Schneckenstruktur ohne Streckung nach oben sehen.
In der Bryceforum Galerie #3 finden Sie einige gerenderte Beispiele für solche Multireplikantionen

Einige Beispiele für Parameter-Einstellungen:

60 Replikationen ohne jeden Versatz, aber mit einer Drehung um jeweils 6 Grad, ergeben genau 360 Grad Gesamntdrehung, also eine komplette Umrundung, die hier ähnlich wie ein LKW-Rad aussieht. 30 Replikationen mit Versatz in x-Richtung, mit einer Drehung um jeweils 12 Grad, ergeben auch hier genau 360 Grad Gesamntdrehung, also eine komplette Umrundung, die hier durch den x-Versatz zu einer Windrose wird.
30 Replikationen mit Versatz in x und y-Richtung, mit einer Drehung um jeweils 12 Grad, ergeben auch hier genau 360 Grad Gesamntdrehung, also eine komplette Umrundung, die hier durch den gleichzeitigen xy-Versatz zu einem Rad mutiert. Die vorherige Variante erweitert um einen z-Achsenversatz ergibt eine gewundene Kette nach oben
Eine 90 Grad Drehung um die x-Achse mit jeweiliger deutlicher Versetzung in x-Richtung ergibt diese Kettenstruktur. Selbstverständlich können Sie auch jedes andere Bryceobjekt oder eine Gruppe replizieren. Hier eine Replikation einiger Zylinder.

Zum Ende….

.. gibt es sicher noch jede Menge guter Ideen, was mit dieser Funktion noch alles erstellt werden kann. Von der Pfeiffensequenz einer Kirchenorgel bis hin zu der Struktur einer Doppelhelix (nebenstehendes Bild links), ist ja fast alles möglich.

Das Beste, was Sie tun können, ist mit den Parameter Einstellungen herum zu experimentieren, dann bekommen Sie schnell ein gewisses “Feeling” für die Einstellungen. Am Ende erhalten Sie immer schneller die gewünschten Ergebnisse.
Ein wenig problematisch ist natürlich die enorme Menge an Grundkörpern, die damit in den Szenen entstehen. Das kann shr schnell zu Szenen mit über 20 Megabyte führen! Auch hier gilt dann: Je mehr Speicher, desto besser…